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Zutaten

Verschiedene Mehlsorten verstehen

Das Mehlangebot im Supermarkt ist überwältigend geworden. Hier erfährst du, was die einzelnen Sorten unterscheidet — und warum die falsche Wahl dein Ergebnis beeinflusst.

5 Min. Lesezeit

Von Stefan Ulrich · Zuletzt aktualisiert

Der entscheidende Faktor: Proteingehalt

Was die meisten Weizenmehle unterscheidet, ist der Proteingehalt. Das Protein bestimmt, wie viel Gluten sich bildet, wenn das Mehl auf Wasser trifft. Mehr Gluten bedeutet mehr Struktur und Biss — ideal für Brot. Weniger Gluten bedeutet eine zartere, feinere Krume — ideal für Kuchen und Feingebäck.

Weizenmehl Type 405/550 (120 g pro Tasse)

Weizenmehl ist die goldene Mitte — genug Protein für Struktur, aber nicht so viel, dass das Gebäck zäh wird. Es funktioniert für Kekse, Muffins, Schnellbrote, Pfannkuchen und die meisten Kuchen. Wenn ein Rezept nur „Mehl" sagt, ist es die sichere Wahl.

Brotmehl (120 g pro Tasse)

Brotmehl hat einen höheren Proteingehalt (12–14 % gegenüber 10–12 % bei normalem Weizenmehl). Das zusätzliche Protein baut ein stärkeres Glutennetz, das mehr Gas aus der Hefe einschließt — das ergibt mehr Trieb und eine bissfestere Krume. Nimm es für Hefebrote, Pizzateig und Bagels. Pro Tasse wiegt es gleich viel wie normales Weizenmehl, der höhere Proteingehalt verändert aber das Ergebnis.

Kuchenmehl (100 g pro Tasse)

Kuchenmehl hat weniger Protein (7–9 %) und ist feiner gemahlen. Weniger Protein heißt weniger Gluten, und das ergibt einen zarteren Kuchen mit feiner Krume. Es ist außerdem leichter — 100 Gramm statt 120 Gramm pro Tasse. Dieser Gewichtsunterschied fällt beim Umrechnen von Rezepten ins Gewicht.

Vollkornmehl (120 g pro Tasse)

Vollkornmehl enthält Schale und Keim des Weizenkorns. Es ist dichter, schwerer und kräftiger im Geschmack als helles Mehl. Außerdem nimmt es mehr Flüssigkeit auf, weshalb Rezepte damit oft zusätzliche Hydratation brauchen. Es direkt gegen helles Weizenmehl zu tauschen macht Gebäck meist dichter — ersetze zunächst die Hälfte und taste dich von dort weiter.

Spezialitäten- und Alternativmehle

Roggenmehl (102 g/Tasse) hat einen charakteristisch erdigen Geschmack und wenig Glutenkraft — ideal für dichte Roggenbrote. Dinkelmehl (130 g/Tasse) ist ein Urgetreide mit nussigem Aroma und etwas bekömmlicherem Gluten. Buchweizenmehl (120 g/Tasse) ist von Natur aus glutenfrei und kräftig-erdig im Geschmack.

Hafermehl (92 g/Tasse) ist leicht und leicht süßlich — gut in Pfannkuchen und Muffins. Reismehl (160 g/Tasse) ist dichter und dient in der glutenfreien Bäckerei häufig als Basis.

Warum die Mehlsorte fürs Messen entscheidend ist

Verschiedene Mehle haben verschiedene Dichten und damit verschiedene Gewichte pro Tasse. Kuchenmehl ist deutlich leichter als Reismehl. Hafermehl ist leichter als Weizenmehl. Du kannst Mehle nicht mit demselben Tassenmaß austauschen und dasselbe Ergebnis erwarten — du musst über das Gewicht umrechnen.

Das Fazit

Verschiedene Mehle sind nicht Tasse-für-Tasse austauschbar — sie haben unterschiedliche Gewichte und Eigenschaften. Immer nach Gewicht konvertieren, wenn du eines durch ein anderes ersetzt.